Plan und CAD-Modell


Die Pläne für das Modell vom Kreuzer und dem Tochterboot stammen vom Seenotrettershop der DGzRS in Bremen. 

Leider sind diese recht - sagen wir mal - rudimentär ausgeführt und benötigen etwas Aufwand um den Rumpf im Maßstab 1:10 dem Original anzupassen. 


Das Original ist deutlich bauchiger und die Linien geschwungener, als die Pläne von 1976 abbilden. 


Deswegen hat die Konstruktionsabteilung nach dem Scannen der Pläne diese ins CAD übertragen und die schon dabei auffälligen Unstimmigkeiten beseitigt. In weiteren Arbeitsschritten folgte dann die genauere Anpassung anhand von eigenen Foto- und Videoaufnahmen sowie entsprechenden Netzfunden. 




Soweit sieht das schon recht stimmig aus - und anders als der Plan. ;) 


Die errechnete Verdrängung des Modells passt ebenfalls zu den Angaben des CADs.

Zur Vereinfachung von Fotoabgleichen wurde dann ein 3D-Modell im Maßstab 1:50 erstellt und das ließ ein noch besseres Abgleichen möglich werden. 



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Trotzdem sind die Arbeiten natürlich noch nicht angeschlossen. Beim CAD ging es weiter: 

Einmal in Farbe ...



... und einmal in bunt: 



Das Ganze führt so langsam aber sicher zu einem Spantgerüst der - sagen wir mal - etwas größeren Art. Die Grundplatte wird eine Größe von 200 x 60cm haben. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, dem sei empfohlen seine Zimmer- oder Eingangstüre zu Hause zu vermessen, dann werden die Abmessung deutlicher.   



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An der Stelle passt eine Frage, die mir häufiger gestellt wird ganz gut:

"Jetzt also (doch "nur") die OTTO SCHÜLKE und nicht die ARWED EMMINGHAUS - warum?"


Neben der Tatsache, dass man nicht jünger wird, muss man bei dem Gedanken an ein potenzielles Modell die baulichen Gegebenheiten und den insgesamt zur Verfügung stehenden (Werkstatt-)Platz berücksichtigen. Wir reden bei der ARWED EMMINGHAUS von 2,66m Länge (zu 1,89m bei der SCHÜLKE), 65cm (zu 45cm) Breite und einer Verdrängung von 85/90kg zu 30/35kg. 

Das ist schon nach den nackten Zahlen deutlich. Wenn an sich diese Maße mal im Werkstattraum auf den Boden malt, ist das schon bei der SCHÜLKE beeindruckend. Und ins Auto muss so ein Modell natürlich ebenfalls passen - wenn man nicht einen Anhänger ans Auto hängen will, der vor Ort am See auch geparkt werden muss. 


Um das visuelle zu verdeutlichen, die CAD-Modelle der beiden nebeneinander aus verschiedenen Perspektiven: 



Zugegeben, die Höhe von der Wasserlinie bis über die Antennen auf dem Mast ist praktisch identisch, aber ansonsten verdeutlichen die Ansichten, warum es dann am Ende doch "nur" die 19-Meter-Klasse wird und nicht die 26m-Klasse. 


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Aber zurück zum Thema CAD. Das Konstruktionsbüro hat das Modell weiterentwickelt. Das Tochterboot hat für eine erste Sitzprobe Platz genommen, die Reling samt Trossenabweiser ist zum Teil erstellt und die Grätings sind in Ihrer Grundform angebracht.




Erste Baukontrolle mittels Wasserung - alles dicht und schwimmt.   


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Auch das Tochterboot nimmt Gestalt an. Eine echte Herausforderung - neben den sowieso sehr kreativen Linienführung des Bauplanes - sind die beim Original nachträglich angebrachten breiten "Backen" an den Seiten des Hecks. Sie verbreitern das eigentlich runde Heck und sollen so eine Abrisskante bilden. Dadurch erzielt man eine stabileres Fahrverhalten bei See von achtern und die Hecksee frisst sich nicht am Heck fest, was das Boot bremsen würde. 


Hierfür waren Bilder vom Verein Museumskreuzer OTTO SCHÜLKE, die während der Werftzeit nach der Rückkehr des Kreuzers aus Norwegen veröffentlicht wurden sehr hilfreich. Insbesondere weil das Unterwasserschiff zu diesem Zeitpunkt noch komplett weiss lackiert war und alle relevanten Perspektiven abbildeten. Besser kann man Fotos nicht auswerten. 



Eine besondere Herausforderung bei Modellschiffen ist die Schaffung einer Möglichkeit einen Zugriff auf die Technik ins Innere zu ermöglichen, ohne sichtbare Öffnungen zu haben. Jetzt könnte man den Aufbau abnehmbar gestalten. Der ist bei dieser Art der Tochterboote eher klein und verwinkelt, was für Menschen mit Handschuhgrößen jenseits der 9 nur semigut geeignet wäre. Zudem soll das Modell nordseetauglich werden und da ist absolute Dichtigkeit ein Muss. Deswegen wird die Öffnung unterhalb der Scheuerleiste verlaufen. Ein System, das sich bei anderen Modellen bereits bewährt hat, die Thomas gebaut hat.  




Auch das erste technische Innenleben ist eingeplant: 



Einer der Vorteile von Modellen, die am CAD in drei Dimensionen gezeichnet werden können. Man kennt die Maße der erforderlichen technischen Einbauten, den Platz der im Modell zur Verfügung steht durch die baulichen Gegebenheiten besteht und und und... Bei der geringen Verdrängung, die das Modell am Ende nur haben darf, wird bereits in diesem Baustadium auf möglichst leichte Technik geachtet. Auch dieses Modell soll wie das Original selbstaufrichtend sein und nicht wie eine bleiende Ente auf Höhe der Scheuerleiste im Wasser liegen. 


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Weiter ging es seitens der Konstruktionsabteilung mit der Detaillierung des Tochterboots.



Die Fußreling am Bug, die Laschen für die Befestigung der FIDI am Kreuzer und ein Teil der Trossenabweiser am Heck sind virtuell montiert. 



Am Bug wurden die seitlichen Aufnahmen für den Fanghaken bzw. dessen Drahtseile ergänzt. 

Außerdem sind jetzt die Schlingerkiele, die gleichzeitig die FIDI in der Heckwanne über die Gleitrollen laufen lassen, die Schraube, das Ruderblatt und der Schutzbügel vorhanden.




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Hier geht es bald weiter... 


 




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