Die Vorgeschichte

 

… war lang. Streng genommen sehr lang.

Aber fangen wir vorne an:

Es muss 2001/2002 gewesen sein, als die Seenotretter die Planung und den Bau von SK 29 bekannt gaben.

Die interne Baunummer SK 29 bezeichnete den 29ten Seenotrettungskreuzer, der in seinen Abmessungen alles bisher da gewesene in den Schatten stellt und der zur Indienststellung auf den Namen HERMANN MARWEDE getauft wurde.

Seit dem dieses Großprojekt bekannt war, hatte ich mich in diesen völlig neuen Typ von Seenotkreuzer verguckt. Da ich damals aber keine Ahnung vom Rumpfbau hatte und mir der später im Maßstab 1:25 von einem Kleinserienhersteller angebotene Bausatz schlicht weg zu teuer war, verschwand die MARWEDE wieder im Hintergrund, schwelte aber immer weiter. Bei jedem Urlaub in Cuxhaven, der einen Dienstag beinhaltete, war ein Besuch am Steubenhöft Pflicht: Die MARWEDE kommt dort jeden Dienstagvormittag zum Bunkern und Mannschaftswechsel hin -  also ein Pflichttermin.

Erst vor Ort bekommt man dann einen Eindruck von den wahren Abmessungen dieses Seenotkreuzers. Mich erschlägt das - im positiven Sinne - jedes Mal aufs Neue. Dass dabei der Schwelbrand im Kopf jedes Mal neu angefacht wurde, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.

Nun ergab es sich in der Zwischenzeit, dass ich mit meiner Partnerwerft geplant hatte, die beiden Seenotkreuzer BERLIN und HERMANN HELMS im Maßstab 1:10 zu bauen und diese beiden Modelle hätten die Ressourcen komplett beansprucht.

Allerdings ist die Einsatzzeit von Seenotkreuzern begrenzt und so ergab sich, dass die Bauzeit der Modelle länger dauern würde als die Originale im Einsatz wären:

Die DGzRS veröffentliche, dass es eine neue 28m-Klasse geben wird, die die bewährte BERLIN-Klasse (27,5m) nun Kreuzer für Kreuzer ersetzen wird.

Es wurde daher der gemeinschaftliche Entschluss gefasst anstelle der BERLIN und HELMS deren Nachfolger zu bauen, sobald deren Pläne erhältlich sind. Dies wird erfahrungsgemäß eine Weile dauern, wir rechnen etwa mit 2016, wenn es ganz blöd läuft mit 2017.

Aus verständlichen Gründen kommt man weder über die Werft, noch über die DGzRS selbst vorab an die Pläne, was einen früheren Baubeginn bedeuten würde.

Was also als nächstes bauen? Die ALTE LIEBE ist praktisch fertig und nun?

2014 – Internationaler Tag des Schiffsmodellbaus am Phönixsee in Dortmund

Dort findet am Samstag vor Muttertag ein Schaufahren statt, also fix mal nach Dortmund um ein bisschen Modelle zu gucken und ein wenig zu Fachsimpeln.

Und dort stand nun eine MARWEDE in 1:25, also 1,84m lang und noch im Bau befindlich. Es flackerte wieder. Am selben Tag also mal wieder bei Haeger auf Rügen vorbeigesurft und ins Thema eingelesen. Und dann traf mich fast der Schlag: Die MARWEDE gibt es dort nun auch in 1:20.

Zugegeben, 2,30m sind eine Hausnummer, die nicht mal eben ins Auto passt und somit langfristig einen Hänger erforderlich macht. 50kg Verdrängung sind nun auch nicht unbedingt rückenfreundlich und somit nur mit zwei Personen händelbar. Aber der stellt nur Herausforderungen dar. Schwieriger würde es werden meine Regierung von der medizinischen Notwendigkeit zu überzeugen.

Scheinbar war ich in den entscheidenen Tagen vorher besonders brav gewesen: Ich bekam das OK.

Das war der Startschuss:

Die MARWEDE kommt und das im Maßstab 1:20.

Galt es also noch die Bestellung des Rumpfes aufzugeben. Glücklicherweise war Herr Häger so freundlich mir den Rumpf direkt herzustellen, sodass er im Juli fertig wird. Ich werde ihn also im Juli auf Rügen abholen. Meine Regierung wollte ja schon immer mal nach Rügen - wie praktisch.

Theoretisch passt der Rumpf ins Auto, praktisch werde ich es vor Ort sehen. Aber der befragte Zollstock signalisierte, dass es passen sollte. Man darf gespannt sein…

Und so schließt sich der Kreis zum langen Weg zur MARWEDE:

Über 12 Jahre Schwelbrand, über 700km (einfache Strecke) bis Rügen und auch die Bauzeit dürfte deutlichst über 2 Jahren liegen.

Es bleibt spannend.

 

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