Aufbau

Der Aufbau der HERMANN MARWEDE besteht aus Frästeilen von Modellbau Häger. Mittels Hasulith Polystyrolkleber dünn bzw. normal lassen sich die Bauteile recht problemlos miteinander verschweißen. Einmal durchgetrocknet, sind die Bauteile nur noch mit entsprechender Zerstörung von einander zu trennen. Das Auftragen erfolgt mit einem normalen Pinsel, der immer wieder verwendet werden kann.

Ein weiterer Vorteil ist die Beständigkeit gegen Alterung und Wasser. Während andere Klebersorten gerne mal ein Problem mit (längerem/häufigerem) Wasserkontakt haben, löst Hasulith die Bauteile an und verdampft im weiteren Verlauf, sodass hier die Bauteile "eins" werden  und kein regulärer Kleber für den Halt sorgt. Das heißt aber auch, dass man damit nur in einem gut durchlüfteten Raum arbeiten sollte.

Zunächst galt es aus den verschiedenen Tüten von Frästeilen die für die ersten Schritte erforderlichen Teile heraus zu holen und zu sortieren. Dank der Nummerierung und der Materialliste keine größere Herausforderung und wenn doch, steht Meister Häger gerne Rede und Antwort.

An Werkzeug braucht man eigentlich nur einen rechten Winkel, damit die einzelnen Seiten auch wirklich im selben zu einander stehen.

Begonnen wurde mit einem Seitenteil, dem unteren Rahmen und dann ging es über die weiteren Rahmenteile weiter, bis das ganze dann nach der Bodenplatte für den äußeren Fahrstand dann so aussah:

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Als nächstes ging es mit der Vorderseite des Ausbau weiter. Hierfür musste die Rahmenteile angeschliffen werden um eine größere Auflagefläche zu erhalten. Ganz ohne Spachteln wird man hier nicht auskommen, aber das kennt jeder Modellbauer wohl nur zu gut. Danach ging es mit dem Außenfahrstand weiter ...

... und auch die Taschen für die Seitenlaternen wurden verbaut. Hier waren ein paar Änderungen erforderlich, da die Teile nicht ganz dem Original entsprachen. Sie werden im Rahmen der Montage der vorderen Verkleidung dann genau auf Maß geschliffen.

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Man hat mich gebeten einmal die Größenverhältnisse eines solchen Modells bzw. im speziellen des Aufbau darzustellen. Dem komme ich gerne nach:

Wer das Tochterboot ALTE LIEBE im Maßstab 1:10 kennt, kann mit diesem Vergleich sicher etwas anfangen:

Oder aber der Aufbau auf einem 90cm Induktionskochfeld:

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Osterfeiertage 2016 - Zeit am Aufbau weiterzumachen:

Der Fahrstand der HERMANN MARWEDE war an der Reihe erstellt zu werden. Das Grundgerüst steht. Ein paar Spachtelarbeiten sind erforderlich, aber die sind an der Reihe wenn andere Teile des Aufbaus auch gespachtelt werden.

Als nächstes werden die Mastfundamente und das Dach montiert.

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Im Rahmen der Arbeiten an den Mastfundamenten und des Daches kam anschließend auch der Rand des Daches an die Reihe, der später wie beim Original leuchtrot lackiert wird.
Eine kleine Herausforderung stellten die Schiebetüren des Fahrstandes dar, da diese eigentlich beweglich ausgeführt sind und ich das nicht gebrauchen kann:
Das Modell soll später auch auf der Nordsee und bei maßstabsgerechtem Wellengang eingesetzt werden können und da sind Schiebetüren, die nicht dicht sind eher hinderlich. Ich habe die Schiebetüren daher im inneren Teil entsprechend anders aufgebaut und fest montiert.

Optisch ist das den Türen nicht anzusehen und dann passt das so. Die Türgriffe bzw. Verschlüsse kommen zu einem späteren Zeitpunkt wenn es an die Reling geht.

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Dann waren die Fensterrahmen des Fahrstandes an der Reihe. Bis auf die schmalen Hochkantfenter funktionierte das recht einfach. Kleber auf die nötigen Stellen vom Fahrstand - Fenster einsetzen - passt. Die Ausschnitte für die vier schmalen Fenster mussten etwas nachgearbeitet werden, was auch recht problemlos funktionierte.

Anschließend entstanden die ersten Schweißnähte am Fahrstand und nach Plan die beiden seitlichen Relingsteile. Leider stellte ich anschließend auf Bildern fest, dass diese Reling weiter nach hinten reichen muss - Künstlerpech. Muss also noch korrigiert werden.
Ebenso korrigiert werden muss noch der (später) leuchtrote Bereich oberhalb der Fenster - die Winkel sind etwas anders bei Original. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits.

Weitergegangen ist es auch am Aufbau selber:

Die große Rundung, auf der später das Hansekreuz seinen Platz findet, wurde ebenso gespachtelt und geschliffen bis mir der Zustand zusagte wie die Ausschnitte der Seitenlaternen. 

Die Winddüse, die im Original den Bereich der beiden Außenfahrstände wind- und gischtfreier hält, entstand aus 41 kleinen, mit unterschiedlichen Winkeln gesegneten Abstandshaltern und zwei Abwicklungen. Sie werden im weiteren Bauverlauf noch um 80mm weiter nach hinten verlängert.

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Da mich am Wochenende Fotos vom Original mit den entsprechenden Bemaßungen der Steigeisen an der Vorderseite des Turms erreicht haben, habe ich mich abends mal gleich ans Werk gemacht und die 9 Teile erstellt.

Die Herausforderung dabei: Wie erstelle ich 9 identische Steigeisen aus einem 1x1mm starken Vierkantmessingstab?  

Der Versuch die Teile maßhaltig zu biegen, scheiterte. Eine Schablone musste her. Aus einem Reststück Buche (weil fester als das Pappelsperrholz, was ich auch noch hier habe) habe ich mir eine entsprechende Schablone zurechtgesägt, die Ecken etwas angeschliffen und darüber dann alle 9 Steigeisen auf Maß gebogen:

Da die Steigeisen beim Original einen Winkel von 36 Grad zur Aufbauwand haben, mussten die Löcher auch in diesem Winkel gebohrt werden. Auch hierfür habe ich mir aus einem Stück Restholz eine passende Schablone erstellt. Die Position der Bohrungen noch fix an den Turm gezeichnet und schon konnten die Steigeisen mit Sekundenkleber fixiert werden. Für den richtigen Abstand zum Turm hatte ich zuvor noch eine Holzleiste der entsprechenden Dicke zwischen den Bohrungen in Position gebracht, mit Klebeband fixiert und die Endposition der Steigeisen auf der Leiste markiert.

Auf diese Weise haben die Eisen den richtigen Abstand zueinander, zum Turm und der Winkel ist auch bei allen identisch.

Später erfolgt dann von innen noch eine zusätzliche Verklebung.

Original und Modell im Vergleich:

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Schade... Die bisherige Arbeit am Dach des Fahrstandes waren umsonst. Mehr durch einen blöden Zufall ist aufgefallen, die Winkel des (später) leuchtroten Dachrahmens nicht stimmen. Sowohl der seitlichen lange Teil kippt nicht richtig zu Mitte, sondern auch die Winkel der einzelnen Platten im Bugbereich stimmten nicht mit dem Original überein.

Was tun?

Natürlich könnte ich das ganze jetzt einfach so lassen, denn ob das wirklich auffallen würde, darf man dann doch bezweifeln. Da ICH aber weiß, dass es falsch ist und ich vermutlich mein größter Kritiker bin, habe ich mich zum Rückbau entschieden und der komplette Teil des Daches (also alles oberhalb der Fenster) wird mit neuen Teilen neu aufgebaut.

Hier sieht man aber wieder den guten Service von Modellbau Haeger: Zwar hat er sich sicherlich gefragt ob wir, der Modellbaukollege von sar-modellbau-technik.de und ich noch alle Latten am Zaun haben als wir ihm mit den Änderungen gekommen sind, aber das Ergebnis der neuen Zeichnungen hat dann wohl doch überzeugt und Hartmut Haeger schickt uns die korrigierten Teil nun kurzfristig zu:

Hierfür vielen Dank nach Rügen und vielen Dank an Thomas von sar-modellbau-Technik.de für seine Fleißarbeit der Erstellung der Zeichnungen.

Jetzt muss der Rückbau nur möglichst verlustfrei funktionieren, dass heißt: Hoffentlich bleibt der Rest des Fahrstandes dabei ganz... Daumen drücken!

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Der Vorteil von dem hier für das Polystyrol verwendete Klebers "Hasulith" ist, dass er die Teile nicht verklebt, sondern verschweißt. Und genau das ist auch der Nachteil von Hasulith: Er klebt nicht, er verschweißt. Die Dachkonstruktion wieder zu entfernen stellt sich als ziemlich tricky heraus.

Vermutlich wird es nicht ohne Bandschleifer-Einsatz funktionieren das Dach wieder herunter zu bekommen. Der innere Rahmen, der oberhalb der Seitenwände und unterhalb der die Dachspanten tragenden unteren Dachplatte hält, ist nicht mit üblichem Werkzeug zu trennen. F...

Dafür entschädigen aber so auf den ersten Eindruck die neuen Bauteile. Aber dafür ist jetzt erst einmal eine Menge Schleifarbeit dran.

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In der Zwischenzeit habe ich mich noch einmal mit der Winddüse näher beschäftigt und von Helgoland die Information bekommen, dass diese lediglich 25 Stege hat und oben nur knappe 8cm vom Turm absteht. Man ahnt schon was folgte, oder?

Die Winddüse musste wieder runter, denn so wie sie jetzt montiert war, stand sie zu weit ab und hatte außerdem am Ende eine zur senkrechten Turmwand parallel hin verlaufende Form und damit einen völlig falschen Winkel. Denn dort ist der untere Teil 20cm weit vom Aufbau entfernt.

Die neuen Stege muss ich jetzt alle einzeln herstellen um einen homogenen Verlauf zu erreichen. Hierfür arbeite ich mit einer eigens angefertigten Schablone. Die Stege werden mit etwas Übermaß angeklebt und dann passend geschliffen. Zunächst galt es die Position der Stege zu bestimmen.

Beim Original haben sie jeweils einen Abstand von 25 cm zu einander, wobei die letzten beiden nur halb so weit voneinander entfernt sind.

Um auf der gekrümmten Oberkante die richtige Position zu ermitteln, habe ich zunächst den mittleren alten Steg stehen lassen und die richtigen Maße der neuen Stege auf einen Streifen Abklebeband übertragen und diesen dann auf den Turm geklebt:

Dann wurden die Stellen am Turm markiert, das Band abgezogen und auf der anderen Seiten genauso verfahren. Auf diese Art und Weise sollten die Stege dann später auf beiden Seiten identische Positionen haben.

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---Fortsetzung folgt---

 

 

 

 

 

 

 

 

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